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So wird richtig gewichtelt!

Wer liebt sie nicht, die kalt Jahreszeit, wenn draußen leise der Schnee rieselt, die Kinder lachend Schlitten fahren und alles nach Zimt und Zucker duftet. Man besinnt sich auf das wirklich Wichtige im Leben, Familie und Freunde, ist im Allgemeinen etwas umgänglicher und netter den Nachbarn und Kollegen gegenüber und überhaupt kehrt mit der Dunkelheit und der Kälte mehr Freundlichkeit und Wärme in die Herzen der Menschen. Wäre da nur nicht diese eine, lästige, kleine Angelegenheit, die einem die Stimmung ganz schön vermiesen kann und vor der sich die Meisten nur all zu gerne drücken würden. Die Weihnachtsgeschenke.

Als hätte man nicht schon genug um die Ohren mit Plätzchen backen, Weihnachtsbaum schmücken und Glühwein trinken. Nein, das perfekte Geschenk für all die Lieben muss auch noch her. Kinder zu beschenken, das ist sicherlich das Einfachste auf der Welt, aber was schenkt man der Oma, dem Schwager, dem Mann der besten Freundin, den Arbeitskollegen? Ja und das Schlimmste an der Sache, neben dem, seien wir doch mal ehrlich Desinteresse ist, dass man stundenlang, planlos durch sämtliche Kaufhäuser rennt und sich jedes Jahr aufs neue in Unkosten stürzt.

Gäbe es da nur eine Möglichkeit alle Verwandten, Freunde und Bekannte ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern ohne gleich sein Dispot in Anspruch nehmen zu müssen. Doch tatsächlich, die gibt es und sie nennt sich Wichteln.

Dieses schlaue Spiel hat seinen Ursprung, wie kann es anders sein, ganz in der Nähe vom Weihnachtsmann, nämlich in Skandinavien. Julklapp nennt es sich dort, was übersetzt so viel wie „Weihnachtsgeschenk“ bedeutet. Dem alten Brauch zu folge brachte jeder Gast, an Heiligabend ein einziges, in buntes Papier verpacktes Präsent mit und stellte dies, mit einer kleinen lustigen Notiz oder einem witzigen Vers auf den Gabentisch. Nun suchte sich jeder das Päckchen, das einen am meisten Ansprach und öffnete es vor den Augen aller Gäste. Nach dem Auspacken gab es die Option eines Würfelspiels, bei dem man sein Geschenk verlieren oder ein Anderes gewinnen konnte. Außerdem wurden die Präsente oftmals einfach untereinander getauscht, wenn jemand Anderer mehr damit anfangen konnte. Die Idee dahinter ist so simpel, wie offensichtlich: Man erhält zwar nur ein Präsent, muss sich dafür im Gegenzug aber auch nur um eine Geschenkidee bemühen. Fazit: Geschenke besorgen kostet so nicht nur weniger Zeit und weniger Nerven, sondern man spart auch bare Münze.

Nun könnte man meinen, dass das Spiel schnell enttäuschend enden könnte, weil man ja gar nicht das bekommt, was man sich tatsächlich gewünscht hat. Deshalb hat man sich hier zu Lande eine kleine Hilfestellung ausgedacht, damit niemand am Weihnachtsabend mit einem langen Gesicht dasitzen muss. Generell wird in einer größeren Gruppe gewichtelt. Dabei kann es sich zum Beispiel um Kollegen, den Sportverein, den Mädelstreff oder um die Schulklasse handeln. Vor dem Zeitalter der Smartphones, des WLANS und der Apps, hatte man die Namen aller beteiligten Personen auf einzelne Zettelchen geschrieben und jeder musste einen Namen aus dem Topf ziehen. Hatte man aus versehen den eigenen Namen erwischt, wurde erneut gemischt und gezogen. Heut‘ zu Tage ist das Spiel so beliebt, dass es dafür sogar verschiedene Apps gibt. Man muss dort ebenfalls alle Namen und die dazugehörige Telefonnummer eingeben. Die App lost nach dem Zufallsprinzip aus und voilà, jeder erhält eine private Nachricht auf dem Smartphone, mit dem Namen der Person die es zu beschenken gilt. Jetzt, da wo man weiß für wen die Überraschung gedacht ist, kann man beruhigt los ziehen und in aller Seelen Ruhe das perfekte Geschenk besorgen.

Regeln gibt es eigentlich keine, jedoch macht es sehr viel Spaß am Tag der Übergabe zu erraten vom wem man denn nun beschenkt wurde, deshalb als kleiner Tipp: lustiger wird es wenn man niemandem erzählt wen man aus dem Topf gezogen hat, sondern daraus einfach ein kleines Ratespiel macht. Bei dem ganzen Spaß, den man beim Wichteln hat, sollte man eines jedoch nicht vergessen: Weihnachten ist und bleibt das Fest der Liebe. Das Beisammensein, sich Wertschätzen und miteinander Lachen und fröhlich sein sollte zwischen dem ganzen Stress, Chaos und Trubel trotzdem im Mittelpunkt stehen.


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